Volker Pellen

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin…

Aus einem Spartaner wurde ein Spartaner mit Trifecta.

12 Wochen hatte ich mich auf diesen einen Lauf vorbereitet. 12 Wochen mit Höhen und Tiefen. Es sollte mein Comeback werden. Nach langer Verletzungspause und einer Social Media Entgiftung war es nun so weit. Spartanrace Berlin über die Beast Distanz in der Elite Age Group.

08.07.2019 Trainingsbeginn

Im Modus 3 Wochen ballern und 1 Woche easy going machte ich mich fit. Intervalle, Uphills, Carrytraining, lange Läufe, Lauf ABC, Klimmzüge, RingDips, Thrusters, …

Der Körper weinte, aber ich habe nicht darauf gehört. Ich wollte es wissen. ICH WOLLTE ES WISSEN!!! Die Werte wurden besser und auch Leistungen dementsprechend. Ein paar Testläufe mussten her. Ich wurde zum Red Castle Run, Lake Run Möhnesee und meinem ersten Spartanrace Verbier in der Schweiz eingeladen. Kein Lauf, wie der andere und alle mit positivem Ergebnis. Auch wenn der Red Castle Run lediglich ein Funlauf ist, wurde ich erster in der langen Distanz, ok, es waren keine Wettkämpfer am Start. Lake Run wurde ich trotz angezogener Handbremse und dem Red Castle Run wurde ich 6. im Gesamteinlauf der mittleren Distanz und erster in meiner Altersgruppe.

Und auch mein erstes Spartanrace sollte mit einer Silbermedaille in der Age Group gekrönt werden. EM Quali für 2020 bereits eingetütet, WM Quali für 2019 hatte ich nun auch noch, aber die steht nicht auf meinem Plan.

Freitag, 27.09.2019 Wir (ich) fahren nach Berlin

Aus meiner Reise in die Schweiz wusste ich ja bereits, dass ein Spartaner nicht viel braucht. 2 Taschen mit Raceoutfit, Isomatte und Schlafsack, eine Kühltasche mit Proviant und einen Gaskocher mit Alukanne für Kaffee. Ach ja einen Wasserkanister.

Die Fahrt verlief unbeschwerlich, zog sich aber wie Gummi. Irgendwann kam ich dann an. Es dämmerte schon ein wenig und das Wetter lies nichts Gutes erahnen. Ich fuhr auf das Gelände des Luftfahrtmuseums Finowfurt bei Berlin. Um auf dem Campingplatz zu übernachten, musste ich 15,- € bezahlen. Ich bereitete mein Nachtlager vor und schaute mich ein wenig auf dem Gelände um. Es sollte noch ein Lagerfeuer geben, welches aber witterungsbedingt ausgefallen ist. Hier habe ich Alex kennengerlernt. Alex ist ein Amerikaner und möchte sein erstes Spartanrace bestreiten. Ein Ami macht sein erstes Spartan in Berlin. Alex fragte mich, ob er seine Sachen hinter mein Auto legen könnte. Ich hatte damit gerechnet, dass er dort sein Zelt aufschlagen würde, aber er war noch mehr Spartan als ich, denn ich legte mich in mein Auto und er in seinen Schlafsack – sonst nichts.

Samstag, 28.09.2019 – Raceday

Heute wurde ich früh wach, ganz ohne Wecker. Ich hatte mich allerdings auch schon früh hingelegt. Es wurde auch schon hell und viel wichtiger es war trocken. Langsam schälte ich mich aus dem Auto und erkundete das Gelände bei Tag. Kurz vor 07:00 Uhr begab ich mich zur Registration und war auch direkt erster in der anschließenden Schlange. Sebastian kam rüber und sagte uns, dass erst um 07:00 Uhr geöffnet wird. Allerdings waren wir ja hinter der Absperrung und niemand machte den Anschein, dass er schon zum Desk laufen wolle. Naja, ziemlich pünktlich hieß es dann, dass die erste für eine Probeanmeldung an die Tische gehen könnten. Was soll ich sagen, bei mir funktionierte es natürlich nicht direkt.

Nachdem ich meine Unterlagen zum Beast bekommen hatte, konnte ich mir noch die Sachen für den Sprint Open abholen. Für beides brauchte man seinen Barcode der Anmeldung und einen Lichtbildausweis. Startzeit 14:00 Uhr. Um 14:00 Uhr sollte auch die Siegerehrung stattfinden, aber ich hatte ohnehin nicht mit einer Platzierung unter den ersten dreien gerechnet. Ich wollte einfach nur ein Rennen laufen, mit dem ich am Ende und mit mir im Reinen bin.

Also der mittlerweile etwas längeren Warteschlange entlang zurück zum Auto und erstmal ein paar Brote gefrühstückt und Kaffee getrunken. Danach die Morgentoilette. Die Toiletten waren ohnehin der Hammer – OHNE WORTE!

Mein Beast-Start war um 08:50 Uhr. Es war also noch Zeit, sich umzuziehen und unzählige Male auf die Toilette zu gehen. Irgendwie war ich völlig nervös. Ich hatte bereits Schuhe und Socken an, hatte aber meine Compressions vergessen. Also Schuhe wieder ausziehen und die Teile an. Schuhe wieder anziehen und bemerken, dass Hinten vorne ist und umgekehrt. Schuhe wieder aus und die Compressions umdrehen. Hahaha. Völlig Banane!

08:30 Uhr habe ich den Elite Läufern beim Start zugesehen. Auch Jan-Philipp war am Start. Hab mich gefreut, ihn zu sehen – feiner Kerl. Der Countdown lief und ab ging die Post. Ich bin immer wieder beeindruckt, wie schnell Menschen rennen können.

Nun war für mich etwas Zeit, um mich warm zu machen. Nachdem dann die 08:40 Elite Age Group Welle raus war, konnte ich dann in den Startblock. Ich traf Alex beim Reingehen, welcher mir Glück wünschte. Ich fragte ihn, was er hier mache, denn er hätte 10 Minuten zuvor starten sollen. Da hat er wohl seinen Start verpasst und rutschte somit automatisch in die Open Kategorie. Das tat mir dann schon sehr leid, aber ich musste mich nun auf mich konzentrieren.

Am Start war auch Toni. Der alte Haudegen ist nicht kleinzukriegen. Ich war mir sicher, dass auch er sein Rennen machen wird. Ich gesellte mich relativ weit vorne an den Start. Sämtliche „Aroos“ oder „Wir sind Spartaner“ habe ich nun nicht mehr gehört. Ich war im Modus. Lange nicht mehr dieses Gefühl gehabt. Absolute Ruhe vor dem Sturm. Tiefe Atemzüge, Beine lockern und Bewegung, um das Adrenalin im Zaum zu halten. Ich bin am Start. Es kann losgehen. Beim Countdown von Rammstein legte ich meinen Finger an die Uhr. …………… GO!!!!!

In meinem Modus lies ich mich nicht von den Vorbeiziehenden beirren, auch wenn einem für einen Moment die Zweifel kommen. Doch ich dachte mir nur, lass sie laufen und mach Dein Ding. Ein Halbmarathon wird nicht auf den ersten 5 km entschieden. Ich versuchte meinen Rhythmus zu finden und konzentrierte mich darauf, die Hindernisse fehlerfrei hinter mich zu bringen.

Es gab wohl auch neue Hindernisse, z. B. einen Balancebalken und den Beater, eine Monkeybar, wo sich die Stäbe an einigen Stellen, wie ein Mähdrescher drehten.

Ich merkte vor jedem (JEDEM) Hindernis, wie jedes Mal die Anspannung stieg –selbst beim Crawl. Da ich nicht der stärkste Läufer bin, konnte ich gerade hier allerdings punkten. Und mit dem Laufen hatten die anderen auch Schwierigkeiten, denn ein Großteil der Strecke war sandiger Boden, wo man sich die Beine in den Arsch lief.

Am Anfang war ich noch unter den Top 15, aber irgendwann mischen sich die Gruppen und man überholt die ersten der vorherigen Age Group und auch einige der Eliteläufer, die 20 Minuten vorher gestartet waren. Keinen Schimmer mehr, an welcher Position ich war. Zwischenzeitlich regnete es ein wenig, aber irgendwie hat man das kaum bemerkt. Dann knallte wieder die Sonne. Feinstes Aprilwetter im September.

Wie verläuft so ein Rennen, mal abgesehen davon, dass man nicht erster ist? Ich suche mir jemanden in Sichtweite und arbeite mich ran. Ich nenne es jagen. Dabei nur nicht zu gierig werden, taktieren, Position halten, rankämpfen. Oft denkt man, dass es aussichtslos ist, aber dann kommt ein Hindernis und vorbei ist man, das ist es ja, was OCR so besonders macht.

Carrys, Seile klettern und Gegenstände hoch oder längs ziehen sind ein reiner Kraftakt und darauf hatte ich mich sehr gut vorbereitet. Die Wände werden auch immer höher mit zunehmender Laufstrecke. Die Höchste stand im Sand, so dass man beim Anlauf schon eingesunken ist und echt schwer hoch kam. Ich brauchte einen zweiten Versuch.

Hangeln fällt mir immer noch schwer. Ich merke ein deutliches Defizit in der linken Hand, doch auch hier konnte ich fehlerfrei arbeiten. Slackline war schön hart gespannt im Gegenteil zu Verbier und es fiel mir leicht, man muss halt mutig sein und zügig rüber. Nun ist es nicht mehr weit. Speerwurf – ich habe das Ding da reingenagelt. Die letzten Hindernisse, wo ich auch hier nochmals besten Dank an Icebugs senden muss. Der Schuh ist so geil. Grip auf nassen Brettern, leicht und darüber hinaus sehr kleidsam.

Es geht in die Zielgerade, .. äh, Kurve an einem Bomber vorbei. Firejump und rein ins Ziel.

Ich war megahappy. Mein zweiter fehlerfreier Spartan. Zero Burpees. Ich bekam meine Beast Medaille,  das Finishershirt und das Finisher Foto sehr schnell. Nun ja, die Massen waren ja auch noch nicht durch. Zur Erfrischung gab es auch noch einen Tee.

Am Resultszelt kann man direkt durch Eingabe der Startnummer, die auf dem Stirnband steht, die aktuell Platzierung erfahren. Was soll ich sagen? Dort stand ganz oben ein 1st!!!

Ich konnte mir ein lautes JAAAA nicht verkneifen. Ich gewann mein AGE Group. Ich bekomme eine Goldmedaille. Irgendwie konnte ich es noch nicht glauben.

Ich ging zur Registration und bat darum, bereits um 13:00 Uhr beim Sprint starten zu können, da ich ja nun unglücklicher weise nicht um 14:00 Uhr starten konnten, denn ich musste ja zur Siegerehrung und ich wollte halt nicht, dass mir das gleiche, wie in Verbier passierte – Start verpasst wegen Siegerehrung.

Die Dame am Helpdesk war nun aber mal so richtig freundlich und gab mir eine neues Startarmband. Den Zeitnahmechip und das Stirnband für den Sprint hatte ich ja schon.

Am Auto pellte ich mich aus den nassen Klamotten. Ich machte mich ein wenig frisch und legte mich ins Auto für einen kleinen Powernapp.

Da der Start ja nur ca. 100m von meinem Auto entfernt war, lies ich mir Zeit bis kurz vor dem Start. Ich hatte meine zweite Racegarnitur angelegt und wollte den Sprint eigentlich zum Auslaufen benutzen. Außerdem wollte ich ja die Trifecta, d. h. alle 3 Distanzen innerhalb von einer Saison finishen.

Am Start, und zwar direkt an der Startlinie, lernte ich den nächsten Alex kennen, ein Mitglied des OCR Munich. Im Übrigen traf ich, glaube ich zumindest, auch Nicole, Sigi und Uwe von Deutschlands größtem OCR Verein. Und Christian hatte mich doch meine ich auch irgendwo angefeuert? Wo war der denn nachher? Egal, zurück zum Rennen.

Da es ein Open race war, wurde in der Startbox viel mehr Party gemacht. Genau das Richtige für mich – nicht! Naja, es sei denn es ist ein Familyrun.

Ich blieb vorne stehen und kümmerte mich um andere Dinge, z. B. um mich. Countdown mit dem Finger an der Uhr und ab die Post.

Da ich nicht wusste, wo die Läufer des Super waren, gab ich Gas, um zumindest nicht in der eigenen Gruppe bei den Hindernissen warten zu müssen. Ich blieb immer schön unter den ersten 10. Die Hindernisse waren ja schon bekannt.

Ich konnte gut Druck aufbauen, obwohl ich das ja gar nicht wollte. Egal, gib ihm, ausruhen kannst Du Dich später. Irgendwann kamen wie befürchtet, die Läufer des Super und vielleicht auch Beast auf die Strecke. Es wurde voller und man konnte an manchen Stellen nicht überholen. An anderen wurde schnell Platz gemacht und auch die vorderen Leute mit einem lauten „Läufer“ vorgewarnt.

An einem ca. 4m hohem Netz, das man überklettern musste – ich hatte mich schon beim Beast über die 4-5 cm dicken Matten gefreut, falls man abstürzt (Ironie off) – drängelte ich mich frech durch und vor. Ich hatte die Uhr im Blick und wollte unter 40 Min bleiben. Auch der Speer saß perfekt, auch wenn die „Opfer“ schon ganz schön gefleddert wurden. Die letzten Hindernisse und es ging über das Feuer ins Ziel.

Sprintmedaille und somit Trifecta completed. T-Shirt habe ich auch relativ schnell bekommen. Beim Finisherfoto sagte die Fotografin, oh ein schneller Sprinter! Warst Du nicht vorhin schon mal hier? Ich war in Erinnerung geblieben.

Nur aus Neugierde schaute ich mir meine Platzierung an. Oben stand erneut 1st Age Group und 4. Gesamt. Alter, das hätte ich nun wirklich nicht erwartet.

Mir wurde kalt und ich ging zum Wagen, um mir meine Dryrobe überzuwerfen und dann zur Siegerehrung zu gehen. Dort traf ich dann auch wieder auf Toni mit Frau Petra und Jan. Pünktlich um 14:00 Uhr plus Verspätung (scheint bei Spartanrace normal zu sein) kam dann auch die Siegerehrung. Erst die Elite – Jan hatte gewonnen und dann von alt nach jung. Toni durfte sich, wie ich Goldmedalist nennen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ein großes Lob an Spartanrace, dass sowohl die Ergebnisse sofort feststehen und dass es auch für die Age Groups eine Siegerehrung gibt.

Am Wagen zurückgekehrt, packte ich meine frischen Sachen und ging zu den, wie ich zwischenzeitlich erfuhr, warmen Duschen. Ich bekam auch direkt eine Duschzelle.

Geschniegelt und gestriegelt zog ich wieder die Dryrobe an, denn es hatte angefangen zu regnen. Ich wollte mir noch meine Trifecta-Medaille abholen. Was soll ich sagen. Da war eine Schlange, die war unbeschreiblich. Unterwegs traf ich noch meine alten Weggefährten Phil, mit dem ich damals beim Mud Masters 24h Seite an Seite gekämpft hatte.

Da es nun aber mal richtig gegossen hat, ging ich erstmal ins Merchzelt und wollte mir ein Trifecta-Ding kaufen. War aber leider aus. Also entschied ich mich für Cappy und Hoodie. T-Shirt zog ich in Erwägung, dachte mir dann aber, dass ich doch gerade erst zwei bekommen hatte.

Nun stellte ich mich ans Ende der Trifecta Schlange. Hier lernte ich auch Spartan Dennis kennen und Daniel vom Leichtathetic. Nachdem wir nun ca. 1h in der Schlange standen, erklärte Dennis, dass es für die erste Trifecta keine Medaille gibt. Dafür sind ja die Teilstücke da. Lediglich die Leute, die es in Berlin an einem Tag geschafft hatten, und die, die mehrfach in diesem Jahr gefinished hatten bekommen eine extra Medaille. Ich müsste aber einen Sticker bekommen mit Trifecta DACH oder sowas.

Naja, was soll ich sagen, es gab nichts. Dafür stand ich dann 1,5h an. Aaaber ich habe Manon kennengelernt, die einen gigantischen Teller um ihren Hals trug. 14x (in Worten VIERZEHN) Trifecta in diesem Jahr. Und das soll noch nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Nachdem ich mich nun von allen verabschiedet hatte, machte ich mich auf dem Heimweg. Ein paar Leckereien auf dem Beifahrersitz, ein Hörbuch im CD-Fach und eine Goldmedaille im Kofferraum.

Jetzt ist erstmal 1 Woche Pause!!!

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Ich möchte mich noch ganz herzlich bedanken bei:

  • Icebug Schuhe
  • Mercedes Herbrand
  • Winged Monkey Grips
  • Mud Monkeys OCR Team
  • Holdstrong fitness
  • BodyCross
  • Hindernislaufguru
  • Martial Arts Center The Crane
  • Sportograf für die tollen Fotos
  • und natürlich bei Spartan Germany

Fazit:

Positives und negatives gibt es bestimmt, aber ist mir egal, denn ich hab eine Goldmedaille.

Die Termine für das kommende Jahr stehen bereits auf der Homepage. Hier könnt ihr euch schon anmelden.

Spartanrace

Im Übrigen habe ich mich mit finishen der Trifecta für die Trifecta-Weltmeisterschaften im November diesen Jahres in Sparta Griechenland qualifiziert. Ihr könnt also gespannt sein. 😉


Volker Pellen

Großes Jubiläum beim Lake Run Möhnesee

10 Jahre feiert sich nun schon der Lake Run

und gehört somit zu einem der Urgesteine

Nach dem Lake Run in Trendelburg im letzten Jahr brach ich mir die Hand. Diese beiden Ereignisse haben allerdings nichts miteinander zu tun, außer dass der Lake Run mein letzter OCR Lauf für eine längere Zeit sein sollte. Rund ein ¾ Jahr später ging ich wieder an den Start. Man soll ja damit anfangen, womit man aufgehört hatte. Also beschloss ich am Lake Run am Möhnesee teilzunehmen, allerdings lediglich die mittlere Distanz. Wie es mir dabei so erging, erfahrt ihr in diesem Bericht.

Lange habe ich überlegt, ob ich überhaupt nochmal starten soll. Eigentlich war die ganze OCR Geschichte für mich erledigt. So ein Unfall wirft einen sehr zurück, besonders wenn man schon 49 Lenze feiert. Es heilt halt alles nicht mehr so schnell und nicht mehr so richtig. Die Hand funktioniert nach fast einem Jahr immer noch nicht richtig. Nun hatte ich mich doch entschieden weiterzumachen. Ich wollte beim Spartanrace Berlin teilnehmen. Zum einen, weil ich noch keinen Spartan gelaufen war und zum anderen, weil ich eine eventuell Weltmeisterschaftsqualifikation erreichen wollte. Ich habe mir einen 12 Wochen Trainingsplan erstellt und machte gute Fortschritte. Immer 3 harte Wochen und 1 lockere. Nun wollte ich aber nicht völlig blindlings an den Start gehen. Also musste ein Test her. Lake Run lag an dem Wochenende eines 3 harte Wochen Blocks, also nicht optimal. Eine Woche später wäre besser gewesen. Egal, ran an die Buletten. Lakerun hat mittlerweile ganz gute Hindernisse und die Strecke ist auch nicht ohne. Außerdem freue ich mich, einen Teil des Mud Monkey OCR Teams wiederzusehen.

Nun liegen 7 Wochen Training hinter mir. Die letzten drei waren sehr hart. Gestern noch den Red Castle Run mitgemacht, dessen Steigungen mir in den Beinen steckten. Das sind nicht wirklich die optimalsten Voraussetzungen. Was soll’s – ist ein Test.

Meine KitBrix Tasche hatte ich am Vorabend schon gepackt, ich musste mich also nur noch ins Auto setzen und losfahren.

Vor Ort gab es ein riesiges Stoppelfeld, welches als Parkplatz diente. Hier wurden Gebühren in Höhe von 3,- € erhoben. Neben diesen Gebühren fallen übrigens noch neben der Startgebühr, 10,- € Leihgebühr für den Zeitnahmechip an. Kriegt man aber nach dem Lauf direkt wieder. Zurück zum Parkplatz – ich war ganz froh, dass ich ein geländefähiges Fahrzeug habe bei der Buckelpiste. Das Gute war, dass dort schön langsam gefahren wurde.

Anmeldung ging auch problemlos und ganz schnell. In den Starterunterlagen waren Zeitchip und Startnummer. Außerdem gab es dort am Infostand noch Sicherheitsnadeln, Kabelbinder und das Lake Run Magazin, mit sämtlichen Informationen zur den Strecken, Hindernissen und der Veranstaltung selbst.

Wer den Lake Run noch nicht kennt. Es gibt 3 Strecken bzw. Level. Spirit ist ca. 8 km, Raw 15 km und Battlelevel beträgt um die 20 km. Außerdem gibt es noch den Kids Mudder, einen Lauf ausschließlich für Kinder.

Neben mir nehmen noch Tobias, Maria und Martin vom Mud Monkeys OCR Team teil, welche ich kurz nach der Anmeldung treffe. Wir schlagen unser Lager im Schatten eines Baums auf, denn es ist schon sehr warm draußen. Ich treffe auch viele andere bekannte Gesichter und die Freude ist groß.

Die Veranstaltung läuft auch schon und viele Teilnehmer sind auf der Strecke. Nun ist die Elite dran, wo sich die Tobias und Maria rumschlagen werden. Ich habe ein gutes Gefühl bei denen. Dann läuft die Welle der Age Grouper über 20 km, wo Martin den Start für die verletzte Jana übernommen hatte. Schließlich war ich dran in der Age Group Welle 15 km. Außer der Tatsache, dass das die drei Wettkampfwellen sind, geht es hier auch um die Qualifikation zur Europameisterschaft 2020 in Italien.

Meine Strecke geht ziemlich direkt runter zum Möhnesee, durch diesen durch und wieder zurück. Dabei stehen einige Hindernisse im Weg. Es fängt an mit Querbalken, Erdlöchern, Wänden, eine Leiter gehen Himmel, Wasserlöcher. Es geht sogar durch einen alten Linienbus. Alles Hindernisse, die in der Graf-Yorck Kaserne als Übungsgelände dienten. Nun noch ein Schaumbad und wenn es ganz schlecht läuft an der Ampel warten. Für einen Wettkampf denkbar schlecht, aber kurzfristig nicht änderbar, denn es gab eine Baustelle. Zusätzliche Helfer sorgten aber dafür, dass das Rennen einigermaßen auch dort am Laufen gehalten wurde.

Jetzt ging das Rennen eigentlich erst richtig los. Es zog sich auseinander. Ohne große Erwartung setzte ich mein Rennen fort und war ganz gut unterwegs. Monkeybars, eine kleine Rutsche (Erfrischung bei dem Wetter ist immer gut), und weitere ganz gute Hindernisse führten zum Crawl, der die Raw Level Verlängerung einleitete, was mit Baumstämme schleppen anfing und mit einem auf und ab Rennen (Hügel mehrmals rauf und runter) fortgesetzt wurde. Auf einem freien Feld ging es über Rundballen, einer Wall, dem Belltower zu den Warsteiner Fässern. Wie ich befürchtete, waren die Griffe für meine linke Hand zu schmal und ich konnte mich nicht halten. Der Racemarshal schickte mich in die Strafrunde, d. h. an dieser Stelle einen Kanister voll Wasser über eine bestimmte Strecke schleppen.

Bevor es in den Möhnesee ging, durfte man sich noch an einem tollen Containerhindernis austoben. Eine hohe Wall läutete den Rückweg ein. Laufstrecke zurück zum crawl. Es folgt das nächste Carry . Dieses Mal mit Sandsäcken. Erneut Querbalken und die für mich neue Lakerun Slide wiesen Richtung Ende, welches zunächst eine Aneinanderreihung von vielen kleinen Hindernissen bedeutete. Schließlich die Quarterpipe hoch, durch einen Container und durch das Ziel.

Hier bekam man eine Viertelmedaille, die man als Serienläufer mit den anderen drei Teilen zu einer Großen zusammenfügen kann. Sportograf war als Fotograf an den verschiedensten Stellen zu finden, so auch in einem Zelt für das Zielfoto. Abschließend gab es das Finisherbier.

Ein gutes Gimmick war der QR-Code, welcher ausgehängt war, womit man sofort die Zwischenergebnisse erfahren konnte. Gesamt 6. Platz und 1. in der Altersklasse. Für einen Test gar nicht schlecht und die Qualifikation für 2020 auch schon im Sack. Allerdings bin ich damit Vorsichtig, denn bis dahin ist noch lang und der Europaverband lässt sich gerne im neuen Jahr andere Voraussetzungen einfallen.

Tobias und Maria wurden übrigens wie erwartet jeweils erster in der Elite. Martin kam auch ganz gut durch. In die Teamwertung kamen wir allerdings nicht, weil ich nicht die Battlestrecke gelaufen war.

Bei der Siegerehrung gab es leider Missverständnisse und ein Unfall werfen ein wenig Schatten auf die tolle Veranstaltung. Das soll aber nicht das Gesamtbild wiederspiegeln.

Wer nun auch Lust auf den Lake Run bekommen hat, der hat in diesem Jahr noch die Gelegenheit am 13.10.2019 in Trendelburg an den Start zu gehen.

Anmeldeschluss am 5. Oktober

Lake Run-Serie fiebert zweiter Auflage in Trendelburg entgegen

Lake Run 2018

Zum zweiten Mal gastiert die Lake Run-Serie im nordhessischen Trendelburg. Am 13. Oktober werden sich wieder hunderte Läufer auf die Strecken von acht, 14 und 22 Kilometern begeben, die gespickt sind mit abwechslungsreichen Hindernissen. Die Veranstalter der Serie und die Verantwortlichen vor Ort von den Trendelburg Trailwoodrunners fiebern dem Ereignis entgegen. Ab 11 Uhr erfolgen die ersten Starts.

Bereits jetzt hat die Steel Edition der vierteiligen OCR-Serie mehr Teilnehmer zu verzeichnen als noch im Vorjahr als rund 550 Aktive dabei waren. Der Anmeldeschluss ist am 5. Oktober und gut 600 haben sich registriert. Die Hindernisbauer sind schon seit Tagen fleißig und haben neben den natürlichen Herausforderungen wie den Steigungen des Reinhardswaldes, dem Steinbruch Wülmersen oder der Diemel einige neue Hürden erdacht, wie anspruchsvolle Hangelhindernisse für die Elite. Zum Abschluss gibt es wieder für alle Athleten, die alle vier Teile der Serie absolviert haben, das letzte Puzzelstück zum Master of Elements. Wer sich noch nicht angemeldet hat, kann dies unter folgendem Link:

https://www.lake-run.de/termine/trendelburg/anmeldung/

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Ich möchte mich noch ganz herzlich bedanken bei:

–              Mud Monkeys OCR Team

–              Icebug Schuhe

–              Mercedes Herbrand

–              Winged Monkey Grips

–              Holdstrong fitness

–              BodyCross

–              Hindernislaufguru

–              Martial Arts Center The Crane

–              Berserker Coffee

–              Lake Run

Fazit:

Es macht Spaß die Entwicklung des Lake Runs mitzuerleben. Die Einhaltung der Regeln in den Wettkampfgruppen wird nun durch Schiedsrichter überwacht. Die Hindernisse werden auch immer besser. Unfälle geschehen. Der an den Fässern war aber leider dem Veranstalter zuzuordnen. Nichtsdestotrotz eine rundum gelungene Veranstaltung mit Potential zu mehr mit kostenloser Taschenabgabe und der Möglichkeit sich nochmal am Ende kalt abzuduschen. Genau richtig bei einem heißen Sommerwetter.

Volker Pellen

Spartan ist nicht die Abkürzung für SPARgelTArzaN

… wie ich zum Spartaner wurde.

Verbier Schweiz

14. September 2019

Spartanrace Germany/Austria hatte mich eingeladen, zum ersten Spartanrace der Schweiz zu kommen und darüber zu berichten. Es sollte nicht nur der erste SPARTAN der Schweiz sein, sondern auch meiner. Ich hatte mir im Vorfeld einiges vorgenommen und startete mein Training 10 Wochen vorher. In diesem Bericht werde ich ausführlich über meinen Roadtrip nach Verbier/Schweiz berichten.

Vorbereitung

Am 08.07.19 startete ich mein 12 Wochen Training, mit dem Ziel am Spartanrace Berlin teilzunehmen und das erfolgreich. Es soll meine Rückkehr in den OCR Sport werden. Nun hatte ich ¾ Jahr pausiert, da ich mir im November letzten Jahres die Hand gebrochen hatte. Was soll ich sagen, sie funktioniert immer noch nicht richtig.

In den ersten drei Wochen arbeitete ich an den Basics, d. h. 3 grundlegende Laufeinheiten – Intervalle für die Geschwindigkeit und Laufökonomie, Uphills für die Beinkraft und lange Läufe für den langen Atem. Dazu Klimmzüge, Thrusters (Kombination aus Kniebeuge und Schwungdrücken), Ringdips und solche Späße. Ich steigerte mein Training von Wochen zu Woche.

In der vierten Woche erholte ich mich, wenn auch aktiv. Alternative Sportarten, wie Paddeln, und Flexibilität standen auf dem Stundenplan.

Dann begann der zweite 4-Wochen Block. Andere Intervalle oder Fahrtenspiele, ausgefallene Laufeinheiten für die Beinkraft (Extrem-Carry, Long Uphills und Traktor pull) und lange Läufe. Dazu Griffkraft, Körperspannung und Lauf ABC.

Nach der siebenten Woche kamen die ersten Tests. Auf Einladung hin ging es am Samstag zur Premiere des Red Castle Run nach Rotenburg und Sonntag startete ich beim Lake Run, wo ich als erster in der Altersklasse bereits meine Qualifikation für die Europameisterschaft 2020 in Italien festmachte. Über dieses Wochenende findet ihr in Kürze eigene Racereports.

Danach ließ ich die 4. Woche wieder ruhiger angehen.

Im Grunde verlief alles reibungslos und ich machte richtige Sprünge im Fortschritt. Die Werte auf der Waage wurden ebenfalls stetig besser. Ich startete den dritten Block meines Trainingsplans. Gerade die Wochen eins und drei sollten es in sich haben. Dienstags verspürte ich einen Schmerz in der Fußsohle, was bedeutete, dass ich das Laufen zurückstellen musste.

Donnerstag ein ganz langsamer Lauf über 4,5 km beim Urbanrun von Bunert Kleve und 6 km beim Strong Viking Family mit meinem Sohn waren die einzigen Laufeinheiten, wenn man sie überhaupt so nennen darf, die ich noch gemacht hatte.

Die Motivation ging in den Keller. Die anderen Trainings hab ich zwar gemacht, aber irgendwie nicht mehr mit Herz. Auch ernährungstechnisch ging es in Richtung Frust. Egal – ich möchte ein Spartan werden. Also nicht die Nerven verlieren.

Bevor es nun nach Berlin gehen soll, wollte ich Spartanrace erstmal antesten. Da kam die Einladung von Spartan echt gelegen, nach Verbier zu Reisen um an der Premiere für die Schweiz teilzunehmen.

Was braucht ein Spartan dafür? Hotel – eine Nacht mit Isomatte und Schafsack im Auto, Restaurant – Gaskocher und Kühlbox. Dazu 2 Laufsets (Kitbrix-Tasche, Mud Monkeys OCR Team Trikot, Hose, Compressions, Icebug Acceleritas) für den Super und Sprint, das sind zwei von den drei Hauptdistanzen beim Spartanrace. Dazu gehört dann noch die Beast Distanz. Wenn man alle drei Distanzen innerhalb eines Kalenderjahres finished, hat man eine Trifecta.

Freitag, der 13…09.19 – Auto vollpacken, Proviant einkaufen, tanken und die Reise geht los.

Ich kam mit kleineren Päuschen, sprich  auftanken und Mautgebühr für die Schweiz bezahlen, sowie Pipi/Kaffeepause (was rauskommt wurde also direkt aufgefüllt), kam ich ganz gut durch. Dennoch benötigte ich statt der vom Navi angezeigten 8 Stunden etwas 10.

Gegen 22:00 Uhr traf ich ein. Es waren Parkplätze am Fahrbahnrand markiert, allerdings durfte man dort nachts nicht halten. Ich fand aber einen Parkplatz (KOSTENFREI!!!) ca. 200m vom Eventgelände entfernt. Was ein Luxus. Ich spazierte noch kurz über das Gelände, um mich zu orientieren und dann schlug ich mein Nachtlager auf. Pipi machen, Zähne putzen, Bubu! Pipi machen kam jetzt schon wiederholt im Text vor, darum möchte ich den Nachtgang um 02:00 Uhr nicht vorenthalten. War ich so nervös oder hatte ich zu viel Kaffee getrunken!?

Samstag, 14.09.2019 – 06:30 Uhr – Raceday

Der Wecker klingelt – Schlummertaste – der Wecker klingelt – Schlummertaste – ich muss auf die Toilette – Schlummer… äh, ne!

In lockerer Schlafbekleidung ging ich zum Eventgelände, um dort das WC zu benutzen. Vor der Halle zur Registration standen bereits die ersten Teilnehmer. Da ich alles dabei hatte, stellte ich mich ebenfalls an. Pünktlich um 07:30 Uhr wurde geöffnet. Die Karawane setzte sich langsam in Bewegung und die Lemminge bildeten eine lange Reihe vor den Tischen. Die Anmeldung verlief zäh. Barcode und Lichtbildausweis zeigen, warten, auf dem Tablett unterschreiben, warten, Starterumschlag wird gefüllt und ausgehändigt. Der Vorgang dauert bei der Masse an Startern zu lange (minus). Die Leute an der Registration waren mega freundlich (doppelplus). Ich befürchtete, dass es noch voll werden würde bei der Anmeldung im Laufe des Tages. Im Umschlag war ein Armband für den Zeitchip, ein Armband als Voucher für ein Freigetränk, noch ein Armband für den Chip (Ersatz?) und natürlich das Stirnband mit der Startnummer.

Meine Starts waren 09:35 Uhr Super und 15:00 Uhr Sprint. Jetzt habe ich noch Zeit. Also Frühstück. Viel habe ich nicht runterbekommen und selbst den Kaffee habe ich zur Hälfte stehen gelassen. Ich habe aber schon mal angefangen, Iso Getränke zu mir zu nehmen. Da ich nun bei Helligkeit gesehen habe, wie weit es hoch ging, wollte ich auf jeden Fall Krämpfe vermeiden. Schließlich habe ich mich gewaschen, mein Raceoutfit angelegt und natürlich nochmal auf die Toilette. Ich war sehr angespannt. Das Feeling hatte ich lange nicht mehr.

Um 09:00 Uhr startete die Elite, tolle Athleten. Den Start habe ich mir noch angesehen. Danach lief ich mich ein wenig warm. Das Auto in der Nähe stehen zu haben, war echt praktisch. Ich musste meine Tasche nicht abgeben und konnte auch meinen Pulli bis kurz vor dem Start anbehalten. Lediglich den Autoschlüssel packte ich in einen kleinen Plastikbeutel (ich wusste ja nicht, ob es durch Wasser geht) und steckte ihn hinten in meine Hosentasche. Auf geht’s in die Startbox. Hierzu musste man zunächst über ein kleine Wall klettern. Die beiden Moderatoren/Vorturner waren im Spartiaten Outfit. Da hier fast alle, also auch sie, ausschließlich französisch sprachen, verstand ich kein Wort. Egal, denn irgendwann hörte ich ein „quatre minutes“. Dass das 4 Minuten bedeutete, habe ich gerade noch zusammen bekommen und ich war von jetzt auf gleich in Betrieb. Maschinenmodus ein! Um mich herum wurde noch geturnt, gelacht, gefeiert. Ich hörte Aroo, Aroo, Aroo, aber es klang weit entfernt, auch wenn es direkt neben mir war.

Ich hörte französische Zahlen und schloss daraus, dass es der Countdown war. In wenigen Sekunden geht es los, mein erstes Spartanrace. Und plötzlich rannten alle. Meine Uhr noch schnell auf Start gedrückt, denn das Streckenprofil war bekannt und ich wollte ungefähr wissen, wie weit es noch bis oben ist. Nach einigen 100 Metern setzte der erste Walking Dead ein. Nur wenige liefen noch und setzten sich vorne ab. Wenn sie das einigermaßen durchziehen, sind sie nicht mehr einzuholen. Die ersten Motivationspunkte schwanden. Neben meinen Schwächen Hitze und Steigung erfuhr ich nun eine dritte – Luft. Ich hab kaum Luft bekommen. Einen Tag vorher anzureisen, ist halt nicht ausreichend, um sich an die Bergluft zu gewöhnen. Da es nun zudem auch noch richtig heiß wurde (stellenweise über 30 Grad), bekam ich es direkt 3fach. Das machte sich ab Kilometer 2 auch bemerkbar. Die Beine wurden dick, die Luft dünn und ich habe geschwitzt wie ein Otter. Selbst beim Bergaufgehen wurde ich fortlaufend überholt. Ich hatte das Gefühl, dass wenn es so weiter gehen würde, ich als letzter ins Ziel kommen werde. Die Hindernisse, wie Wall oder Monkeybars stellten kein Problem dar. Bei den anderen allerdings auch nicht. Ich hatte keine Lust mehr und wollte einfach nur ins Ziel, aber der Weg war noch weit.

Kurz nach Km 3 musste man einen Metallklotz hinter sich herziehen. Hier konnte ich zum ersten Mal meine Stärke ausspielen. Carrys in sämtlichen Variationen, bzw. Pulls habe ich trainiert. Anschließend war es daran, eine Metallwanne einen Abhang hochzuziehen. Auch hier konnte ich Plätze gut machen, ebenso bei den Atlasstones, wo ich im Vorfeld echt Manschetten hatte, aber das fiel mir echt leicht. Ich glaube irgendwo an dieser Stelle musste man abbiegen, wenn man die Sprintdistanz gewählt hatte, d. h. all die ganze Qual stand am Nachmittag nochmal vor mir.

Es ging stattdessen beim Super weiter den Berg hinauf. Alle gingen. Plötzlich wurde ich überholt. Ein Mitstreiter joggte locker an mir vorbei. Ich dachte mir, jetzt oder nie, und hängte mich dran mit dem Blick auf den Boden. Bloß nicht bergauf schauen. Wir liefen locker an mehreren vorbei. Es ging sogar recht gut und ich konnte wieder Plätze gut machen.

Ich muss sagen, dass die ausreichenden Verpflegungsstellen sehr gut ausgestattet waren, Wasser, Obst, Müsli, …!

Slackline, auch vor diesem Hindernis hatte ich einen riesen Respekt. Es wäre auch beinahe schief gegangen, aber ich konnte mich mit einem Sprung nach vorne retten. Schwein gehabt. Das war echt knapp. Neben mir hörte ich nur Burpees, Burpees, Burpees. An der Burpeestation waren auch bestimmt 10 Läufer aktiv, d. h. ich habe hier richtig Boden gut gemacht. Leider weiß ich die Namen der Hindernisse noch nicht so richtig, aber der Korkenzieher, Stairway, eine halbe Monkeybar, die man auf einer Seite hoch und auf der anderen wieder runterklettern musste und weitere Walls tauchten auf und im nächsten Moment waren sie hinter mir.

Das ging echt gut. Holzbalken und Pancake schleppen waren wieder Punkte, wo ich Plätze gut gemacht habe, ebenso beim downhill. Hirn aus und runter.

Ich hatte allerdings überhaupt kein Gefühl dafür, wo ich ungefähr lag, da sich die Startwellen mittlerweile vermischt hatten. An eine gute Platzierung hatte ich wegen des katastrophalen Aufstieg nicht gedacht. Der Drops war für mich gelutscht. Ich wollte aber mit Würde einen Abschluss finden. Die Strecke sollte laut Profil knapp unter 15 km sein. Ich war nun bei 14 und es war kein Ziel in Sicht. Egal weiter – kämpfen. Der Streckenverlauf ging nun sogar durch einen kleinen Bergbach. Asphalt und Musik war zu hören. Nun ist es nicht mehr weit.

Z-Walls, Netz und der Speer. Ich habe das verdammte Ding so hart geworfen und der Speer steckte richtig fest. Seilklettern kann ich, Seilwinde eigentlich auch (könnte ich aber noch ein bisschen trainieren). Nur noch ein Hangelhindernis und dahinter liegt das Ziel. Erst die Längsstange, dann in die Ringe, die dünner waren als gewöhnlich, was meiner linken Hand Probleme machte. Noch wenige Ringe bis zur rettenden Wand. Nur nicht fallen. Technik ändern. Fuß auf die Sprossenwand setzen, SAVE! Hinter der Wand erwartete mich der legendäre Feuerjump und es ging ins Ziel.

Mir fiel nicht nur ein Stein vom Herzen. Ich hatte es geschafft. Ich habe meinen ersten Spartan gefinisht. Auch wenn viele die Hindernisse als relativ leicht abtun, so waren meine drei Bonushindernisse Luft, Steigung und Hitze alleine schon genug. Ein tolles Rennen und das ganze ohne Straf-Burpees.

Im Ziel hängt man mir jede Menge Metall um den Hals. Ich dachte mir, schon wieder ein Carry. Nein, es war die Finisher Medaille und dazu das Trifecta Drittel. Auch im Zielbereich gab es nochmal ausreichend Verpflegung. Helfer trennten mich von meinem Zeitchip. Das Band sollte ich bei der Shirtausgabe abgeben. Ein Finishershirt gab es nämlich auch noch. Dazu eine Biermarke. Abschließend noch ein Finisherfoto.

Alles ganz entspannt. Im Zelt dahinter konnte man seine Startnummer eingeben und konnte direkt seine Platzierung erfahren. Platz 3 in der AGE Group. Ich hatte einen Podestplatz. Ich hätte vor Glück platzen können.

Mit einem Dauergrinsen im Gesicht ging ich zum Auto. Dazu musste ich an einer langen Warteschlange vorbei, mind. 200m. Das waren die Leute, die sich noch registrieren mussten/wollten. Das wird, wie ich im Vorfeld befürchtete, dauern. Ich machte mich etwas frisch und da bis zur Siegerehrung noch Zeit war, legte ich mich erstmal hin.

14:15 Uhr stand ich zur Stelle, bereits im Outfit für den Sprint, und wartete auf die Siegerehrung. Es tat sich nichts. Wichtige Leute, die Präsente hin- und hertrugen, etwas in ihr Funkgerät sprachen oder telefonierten. Ich dachte mir noch, dass es knapp werden würde bis zum Start.

Ich begab mich zum Offiziellen-Zelt und dort wurde ich überschwänglich freundlich von einem netten Herren begrüßt. Ich fragte ihn, wann es denn endlich losgehen würde, es wäre bereits Viertel vor drei. Er sagte, er wüsste es auch nicht – eigentlich um halb. Ich schilderte mein Problem und er fand es ganz toll, dass ich zwei rennen machen würde und er hätte einen Bekannten, usw. Letztendlich stellte sich heraus, dass er gar nicht zu den Offiziellen gehörte, sondern einer der Sponsoren war. Na super!

Um 15:00 Uhr konnte ich dann beobachten, dass die letzte Sprintwelle auf dem Weg war – ohne mich. Die ersten Zuschauer und vermutlich Podestkandidaten machten sich bereits auf den Weg. Es wurde leerer. Bisher keine Siegerehrung und kein Sprint mehr für mich.

Um 15:15 Uhr ging es dann endlich los und verschiedene Podestplätze blieben leer. So auch bei mir. Zu meiner Überraschung hatte ich mittlerweile sogar die Silbermedaille gewonnen. Ich war wohl einen Platz hochgerutscht. Unglaublich. Platz 2 in einen Rennen, dass ich schon aufgegeben hatte. Und wieder einmal hatte sich mein Wahlspruch: „Finish ist erst im Finish!“ bewahrheitet.

Leider stand ich alleine auf dem Podium, weder Platz 1 noch 3 waren noch anwesend.

Mit einem gemischten Gefühl aus Wut (ausgefallener Sprint) und Glück (Silbermedaille) begab ich mich zum Helpdesk. Dort wurde schon fleißig aufgeräumt. Nach ersten Englischversuchen stellte sich heraus, dass die Mädels deutsch sprachen. Im Übrigen waren die zwei Mal richtig nett und das nicht im Sinne von die kleine Schwester von …! Nein, die waren echt herzallerliebst.

Zunächst wollten sie mich noch auf die Strecke schicken mit über 20 Minuten Verspätung. Ich hätte es vielleicht sogar gemacht, aber ein Teil der Strecke wurde bereits aufgeräumt.

Eine der beiden erklärte mir nun, dass sie mich aus dem System nehmen würde und mir dann automatisch ein Code per Email zugestellt werden würde, so dass ich an einem anderen Rennen teilnehmen könnte. Bis jetzt ist hier bei mir noch nichts eingegangen.

Ich trottete zurück zu meinem Wagen, holte meine Duschsachen und ging zum Coldwash. Da ja nun viele ins Ziel gekommen waren, war es dort sehr voll und scheinbar war die Anlage gar nicht richtig installiert. Es lagen lediglich 4 Schläuche auf dem Boden und davor 4 Warteschlangen. Ich reihte mich ein und konnte mich dann endlich waschen. Das Wasser war zwar saukalt, aber es war mittlerweile so heiß draußen, dass es sogar angenehm war.

Viel früher als erwartet begab ich mich also auf dem Heimweg. Medaillen und Finisher-Shirt im Gepäck. Ich genoss die Aussicht der Berge, die in der Sonne funkelten.

Plötzlich wurde mir bewusst, dass mir ja jetzt ein Lauf fehlte. Ich wollte ja mit dem Beast in Berlin die Trifecta fertig machen, um dann unter Umständen an der Weltmeisterschaft in Griechenland teilnehmen.

Irgendwann gegen Mitternacht wurde ich müde. Ich war aber noch gute 300 km von zuhause entfernt. Also ab auf den Rastplatz, auf die Rückbank gekrochen, mit dem Dryrobe zugedeckt und ein Nickerchen machen. Da die Beine ja nun angewinkelt waren, bekam ich einen Krampf, konnte aber mein Bein nicht ausstrecken. Das muss sehr lustig ausgesehen haben. Zum Glück war es dunkel.

Gegen 04:30 Uhr schipperte ich dann wohlbehalten, aber total am Ende, in den Heimathafen ein.

Ich habe nun eine Email an den Veranstalter gesendet, um mein Problem zu schildern. Bin gespannt, ob und wie darauf reagiert wird.

Nun geht es weiter ins Training, denn in 2 Wochen geht es nach Berlin. Dort werde ich dann versuchen die Beast Distanz zu überwinden, um dann anschließen noch den Sprint zu finishen, damit ich dann doch noch zu meiner Trifecta komme. Übrigens ein genialer Marketingstreich. Wer 2 Distanzen geschafft hat, will dann auch unbedingt die dritte.

#Werbung

Ich möchte mich noch ganz herzlich bedanken bei:

  • Mud Monkeys OCR Team
  • Icebug Schuhe
  • Mercedes Herbrand
  • Winged Monkey Grips
  • Holdstrong fitness
  • BodyCross
  • Hindernislaufguru
  • Martial Arts Center The Crane
  • Berserker Coffee

Fazit:

Mir hat das Spartan Event sehr gut gefallen. Für verbesserungswürdig halte ich die Registration und die Duschen. Auch bei den Finisher-Shirts hat es sich nachher ziemlich gestaut. Besonders positiv fand ich die freien Parkplätze, den Veranstaltungsort und dass man direkt nach dem Rennen die vorläufige Platzierung erfahren konnte. Die Hindernisse haben mir auch Spaß gemacht.

Schlusswort: Viele meckern über das Preis-/Leisungsverhältnis. Dazu kann ich nur sagen, dass die Nachfrage den Preis reguliert. Der Preis für den Beast in Berlin beläuft sich auf vermutlich mind. 150,- € und ich bin sicher, dass es wieder fast ausverkauft sein wird. Also macht Spartan, was das angeht, ja wohl alles richtig. Ihr müsst euch halt selber fragen, ob es euch das Wert ist. Ich bin am Start.

Wer von euch ebenfalls noch dort starten möchte, hier geht es zur Anmeldung:

SPARTAN RACE BERLIN 2019

Mehrere Termine für kommendes Jahr stehen auch schon drin. Ich finde es auch lustig, dass Mallorca bei den Deutschen Läufen gelistet ist.

Sophia Thußbas

Winter Spartan Race

Zell am See – Kaprun

12./13. Januar 2019

Am vergangenen Wochenende war es endlich soweit – es fanden die weltweit ersten Spartan Races in 2019 statt und ich durfte mit dabei sein! Nachdem 2018, meine allererste OCR Saison, ja gleich richtig gut verlaufen ist, hab ich mich entschieden in 2019 beim Spartan Race nicht mehr in der Age Group sondern in der Spartan Race Elite zu starten. Nur so kann man besser werden und ich freue mich auf die neue Herausforderung!

Spartan Super
Am Samstag um 9 Uhr fiel dann der Startschuss zum Super Race. Alle Athleten rannten wie verrückt los, da ist dann nichts mehr von wegen Gentleman und so, aber da die Strecke uns gleich mal den ersten kleinen Hügel hinauf führte, gefolgt von den ersten Walls, entzerrte sich das Feld doch recht schnell. Nach einem doch recht steilen bergab Stück, das im Schnee echt lustig zu laufen war (man konnte runter rutschen, was das Kind im Mann bzw. der Frau heraus gelockt hat…) waren erst einmal die Läuferskills gefragt – erst flach, dann bergauf, dann wieder flach. Das klappte gut und besonders bergauf konnte ich meine Stärke ausspielen und Meter gut machen!

Das erste Hindernis war für mich gleich das schwierigste – Rope Climb – normal kein Thema, aber mit Schnee an den Schuhen und klammen Seil gar nicht soooo leicht. Aber ich schaffte es zum Glück trotzdem beim ersten Versuch! Dafür war das nächste Hindernis, der Stein zum hinter sich her ziehen, dann dank des Schnees vergleichsweise einfach. Der Stein rutschte auf dem glatten Schnee wirklich schön brav hinter einem her 😉 Es folgte dann auch gleich die Z-Wall. Ich sah hier beim hinlaufen unerwartet viele in der Burpee Zone – klar, der Schnee und das Eis stellten eine zusätzliche Herausforderung dar! Ich erwischte aber zum Glück eine Line, die nicht vereist war und so blieben mir auch hier die lästigen 30 Burpees erspart und ich konnte weiter rennen!

Herrliches Panorama

Es folgte ein ganz wundervolles Stück Strecke. Lange bergauf durch den Schnee, einfach herrlich! Ich mag ja Höhenmeter, da ich mir hier als Ruhpoldingerin, die die Berge vor der Haustüre hat recht leicht tu. Auch das Bergabrennen hat richtig Spaß gemacht. Ich hab es einfach laufen lassen, da ich mir dachte, wenn ich stürzen sollte (was nicht passiert ist) falle ich ja weich! Nach einem schön langen bergauf / bergab Laufpart kamen wir zu den Sandsäcken! Ja… diese waren natürlich durchgefroren, nicht angenehm zu tragen, auch war es auf dem Schnee etwas rutschig, aber mit Vorsicht war auch das kein Thema. Die Inverted Wall und der Tire Flip waren schnell überwunden und weiter ging`s nochmal ein ganzes Stück bergauf 😉

Mittlerweile war ich save auf Platz 4, das motivierte mich sehr. Knapp vor mir Eniko – und ich war happy, dass ich läuferisch wirklich gut mit ihr mithalten konnte! Dann aber kam der Olympus… Eniko schaffte ihn mit Anstrengung, mir wurde aber hier der Schnee zum Verhängnis. Ich griff in ein Loch, das mit Schnee gefüllt war und rutschte ab. So ein Mist, Platz 3 rannte mir weg und ich musste Burpees machen. Ich versuchte, beim nächsten Hindernis dem Ketten Carry, wieder etwas Zeit gut zu machen und lief mit der Kette am Rücken im Laufschritt durch den Schnee. Auch bei dem folgenden bergauf Stück hab ich gut Gas gegeben,  so dass ich die 3. Dame dann tatsächlich wieder gesehen hab, als ich in die Burg lief.

Hier haben sie sich echt eine nette Streckenführung ausgedacht! Wir mussten in die Burg rein, die Treppe hoch, um die Balustrade rum, neben der Zuschauer Tribüne wieder runter, hin zum Schneeballwerfen. Ja, was soll ich sagen… Ich sollte wohl wieder mehr Schneeballschlachten mit machen 😉 denn mein Ball flog leider am Ziel vorbei, so dass ich auch hier Burpees machen musste. Verdammt, das war unnötig! Nun ging es Bergab, dann eine schöne gerade Laufstrecke entlang bis zum Thermalbad wo der Twister aufgebaut war. Ich hatte ja im Vorfeld etwas Respekt vor diesem Hindernis, da ich nicht wusste wie griffig er bei der Kälte sein würde. Aber die Sorge war umsonst, er war super griffig und ich meisterte den Twister ohne Probleme. Angefeuert und motiviert von meinen lieben Teamkollegen vom OCR Munich, die auf der gesamten Strecke Volontär und Marshall gemacht haben ging es dann auf die letzten Meter, über die letzten Walls bis hin zum Festivalgelände, wo die letzten Hindernisse warteten.

Platz 4 in der Elite

Der Hercules Hoist liegt mir ja eh, da ich gut Kraft habe, genauso das Reifen durch den Schnee ziehen… Ich hörte viele bekannte Stimmen aus dem Zuschauerkreis, die mir zuriefen, dass ich save auf dem 4. Platz bin. So kam ich relativ gelassen zum Speer, traf ihn dann auch, was eins der schönsten Gefühle während eines Spartan Races ist! Auch das Multirig war kein Problem. Nun waren nur noch die Stairway to Sparta und die Slippery Wall zu überwinden und dann konnte ich als 4. Elite Dame über das Feuer springen. Welch Hochgefühl!!

Glücklich und zufrieden über das Ergebniss meines ersten Spartan Races in 2019 konnte ich mich den Rest des Tages erholen für den Sprint am Sonntag.

Spartan Sprint

Am Sonntag ging ich dann mit einem super Gefühl an den Start. Ich wusste durch das Ergebnis vom Vortag, dass ich vorne gut mitspielen kann, da mir da ja nicht viel fürs Podium gefehlt hatte. Wären die unnötigen Schneeball Burpees nicht gewesen hätte das ganze schon anders aussehen können. Also gut, selbstsicher ging ich also in den Sprint. Die Strecke kannten wir ja schon, sie war die gleiche wie die vom Super!

Ich versuchte gleich von Anfang an gut Gas zu geben und hängte mich dann an Lena, die immer knapp vor mir lief. Bergauf machte ich immer wieder Meter gut, bei den geraden Strecken sie. So liefern wir recht flüssig dahin und kamen echt flott voran! Bei der Inverted Wall zweigte die Strecke vom Sprint dann auch schon ab, wieder zurück Richtung Festival Gelände. Jetzt hieß es nochmal Gas geben um auf den letzten Metern nichts zu verschenken. Bald kamen wir dann auch ins Festivalgelände und wurden vom Stadionsprecher begrüßt mit den Worten: „Da kommen sie, die beiden starken Deutschen Damen!“ Das war schon ein sehr besonderes Gefühl, das mich nochmal motiviert hat! Den Speer trafen wir beide! Nun sollte das Multi Rig über den Ausgang des Rennens entscheiden. Lena schaffte es, ich leider nicht. Die Griffe am Ende waren nass und ich rutschte ab. Das waren die 30 „schlimmsten“ Burpees meines Lebens, wurde ich doch vom Stadion Sprecher und den Zuschauern begleitet und angefeuert!

Ich wusste nicht wie weit die 4. Dame von mir weg war, deshalb gab ich Vollgas. Das Gefühl war einfach unbeschreiblich! Die Burpees absolviert, machte ich mich auf die letzten Meter ins Ziel. Stairway to Sparta, wow, bald hatte ich es geschafft, „Würde mein Traum mit Zuzana Kukomová auf dem Podest zu stehen wirklich schon an meinem ersten Race Weekend wahr werden? dachte ich… Die Slippery Wall machte ihrem Namen alle Ehre und verlangte nochmal ordentlich Armkraft von mir…

Podest Platzierung direkt im Januar des ersten Elite Jahrs

Aber dann hatte ich es geschafft und durfte als 3. Elite Dame über das Feuer springen und ins Ziel laufen. Wahnsinn! Ich bin überglücklich und stolz! Zuzana, Lena und ich waren die einzigen drei Damen, die den Sprint in unter einer Stunde gelaufen sind, das freut mich sehr und motiviert mich auch weiterhin in der Elite Vollgas zu geben.

Abschließend bleibt zu sagen: Das Winter Spartan Race in Zell am See-Kaprun war wirklich ein voller Erfolg! Organisation top! Location top! Strecke top! Die Einheimischen und der Ort standen voll hinter dem Event! Ich hab mich wirklich durch und durch sehr wohl gefühlt und komme gerne wieder! Arooo!

Habt ihr Lust auf euer eigenes Winter Spartan Race bekommen. Der Termin steht schon fest.

11. Januar 2020 – Hier geht es zur Anmeldung Winter Spartan Zell am See

Sophia Thußbas

Winter Spartan Race

Vratislavice / Tschechien

19. Januar 2019

 

Nachdem ich so viel Spaß hatte in Kaprun beim Winter Spartan Race und hier mit den Winter Obstacle Races eine neue Liebe für mich entdeckt hatte, war es für Denny, ein  Vereinskollege vom OCR Munich, nicht schwer, mich für Winter Spartan Sprint in Vratislavice zu begeistern! Kurzerhand sagte ich: JA. Ich konnte auch Phillip, ein Freund aus Regensburg für das Spontane Vorhaben gewinnen.

Nach Kaprun musste schnell das nächste Spartan Race her

Am Freitag Nachmittag nach der Arbeit machte ich mich also auf den Weg von Traunstein nach Vratislavice, immerhin… 6 Std. Autofahrt für 1 Std. Rennen, aber wer ebenso wie ich dem Hindernisslauf verfallen ist, der weiß, dass man dies gerne in Kauf nimmt 😉

In Eggenfelden holte ich Denny ab, in Straubing Phillip – zu dritt verging die Fahrt wie im Fluge. Wir konnten uns Abends noch ein schönes Essen gönnen und dann früh ins Bett gehen, um ausgeruht für den nächsten Tag zu sein!
Start der Elite Frauen war um 8:15. Das hieß für mich, um 6:30 am Gelände sein… Ja, es war dunkel und eiskalt… viel kälter als in Kaprun… aber egal! Es ist ja Winter 🙂

Sprint

Der Start näherte sich schnell. Es wurde Tag und wir hatten herrlichen Sonnenschein. Nachdem es gleich nach den ersten 100 Metern bergauf ging wurde mir auch recht schnell warm! Ich konnte läuferisch echt gut mithalten! Vor allem bergauf merkte ich, dass ich hier wirklich meine Stärke habe. Platz 1 (Zuzana, wer sonst) und Platz 2 setzten sich relativ bald ab. Platz 3 teilten gemeinsam 2 andere Mädels und ich. Es ging schön flüssig dahin! Mich puscht es immer, wenn ich mich mit anderen messen kann, so bleib ich läuferisch am Ball. Beim nächsten längeren Bergaufstück konnte ich dann den 3. Platz gut ausbauen, auch die folgenden Monkey Bars klappten super. Doch dann kam das Balance Beam vereist und sehr glatt… Ich musste da leider Burpees machen. Da liefen sage und schreibe 4 Mädels an mir vorbei und ich fiel von Platz 3 auf  Platz 7.

Aufholjagd beginnt

Die erste hatte ich schon vorm Speer wieder und auch die nächste war  nicht mehr  weit weg! Z-Wall und Rope Climb waren anspruchsvoll weil sehr eisig, aber ich schaffte beides. Atlas Carry war wie immer im Osten vergleichsweise schwer, genauso der Sandbag Carry. Da mir Carries aber liegen war beides kein Problem für mich. Nach dem Bucket Carry gings dann auch schon wieder Richtung Festival Gelände. Am Multi Rig angekommen rief Jan mir zu, dass die 5. Dame das Rig nicht geschafft hat und Burpees macht, da wusste ich, wenn ich das Rig schaffe, dann hol ich mir Platz 5. Und ja, ich schaffte es ganz easy, Ringe mag ich!

Auch die Slippery Wall und der Hercules Hoist klappten beim ersten Anlauf und so konnte ich als 5. Dame mit 59 Minuten 38 Sekunden ins Ziel laufen!
Mich ärgern die Burpees am Balance Beam, die hätten echt nicht sein müssen, bin aber trotzdem sehr zufrieden mit dem Rennen, vor allem da es läuferisch so gut geklappt hat!

Ein ganz besonderes Highlight für mich war, dass Zuzana Kocumova vor dem Start zu mir gekommen ist, mich zur Begrüßung umarmt hat und wir noch nett gequatscht haben – sie ist wirklich ein großes Vorbild für mich!

Ihr wollt auch an einem Spartanrace teilnehmen? Hier geht es zu den Rennen: Spartanrace Deutschland

Sarah Tilke

Steelman

Hannover

02. Dezember 2018

Aachen, 05:30 Uhr, viel zu früh! Der Startschuss in Hannover um 11:00 Uhr wartet eben nicht. Schnell die doppelte Koffeindosis tanken, Maren Hermine abholen und 20 Min später waren wir on the Road.

Pünktlich um 10:00 Uhr trafen wir vor dem Austragungsort der Galloprennbahn ein. Hannover begrüsste uns mit Regen.

Zum Glück waren die Parkmöglichkeiten excellent und binnen 10 Minuten hatten wir nach Ankunft unsere Startunterlagen. So blieb noch Zeit für ein Hallo mit OCR Bekannten und ab ging’s zum Aufwärmen.

Anstelle des üblichen Flatterbandstarts wurde in der Startmaschine gestartet. Pünktlich der Startschuss um 11:00 Uhr und gleich Vollgas. Nach 200m hieß es bye bye Rennbahn, hello Waldwege.

Das erste Hinderniss: ein mieser stinkender Tümpel… Widerlich! Später folgte noch der Bierfasscarry im Parcour, eine Torwand und diverse Wände. Die obligatorischen Reifenhaufen galt es zu überwinden, ebenso wie das 3m Seil – mit Knoten. Nach einem kurzen Anstieg ging es Richtung Rennbahn zurück und gleich auf die 800m Sandbahn garniert mit weiteren Wänden und dem Barbwirecrawl. Meine Freundin habe ich leider zu dem Zeitpunkt bereits nur noch von hinten gesehen, was aber nicht übel ist 😉 Die Monkeybars und das Reifenhangeln haben Spaß gemacht, kurz vor Schluss das eiskalte Tauchbecken nicht! Dann hiess es bereits Endspurt und über eine gefühlt endlose Grünfläche ab ins Ziel nach 1:05 Min für 11km.

Fazit: Es hat uns sehr viel Spaß gemacht und wir empfehlen Neugierigen dieses Rennen als Einstieg. Die Organisation vor Ort ist super, die Stimmung gut und der Glühwein lecker

Der nächste Steelman findet nicht mehr im Winter statt.

Infos und Anmeldung findest Du hier: Steelman

Erik Schefer

Lake Run

Trendelburg

11. November 2018

Glücklicherweise hatte ich beim Gewinnspiel vom Hindernislaufguru.de auf Facebook 2 Starts zum Lake Run in Trendelburg gewonnen. Dieser war mein erster OCR-Lauf bei dem ich auch die Ambition hatte, etwas zu erreichen. Und zwar wollte ich unter die Top 10 meiner Age Groupe kommen, um die Qualifikation für die OCR EM zu kriegen.

Als echtes Nordlicht, wo nahgelegene (Harburger) Berge gerade mal die 155 hm knacken, war das schon eine Herausforderung. Ich startete im RAW-Level (14k) und auch dort wussten es die Veranstalter die Höhenmeter zu nutzen, um die Startgruppen zu entzerren.

Die Hindernisse sind recht bekannt, wenn man schon verschiedene OCR Laufe hinter sich hatte. Es waren vor allem leichte bis mittelschwere, technische Hindernisse, sowie Crawls, Carrys, Walls und Hangelhindernisse, die natürlich aber auch kraftraubend sind.

Die schöne Szenerie der Trendelburg wusste ich leider nicht zu schätzen, da mir die Höhenmeter zu schaffen machten.

Der letzte Abschnitt bis zum Zieleinlauf war dann geprägt von Hangelhindernissen, Wasser in dem man sich gut abkühlen konnte und Matschkuhlen die einem dann noch die letzten Kletterhindernisse doch um einiges erschwert haben.

Alles in allem lag der Fokus bei dem Lauf auf den läuferischen Teil mit einer guten Anzahl an Standard-Hindernissen und ist sicherlich ein guter Einstiegslauf für Ambitionierte.

Persönlich würde es mich freuen, wenn der Suzuki Lake Run auch ein-zwei technisch anspruchsvollere Hindernisse als Markenzeichen einführen würde.

Ich persönlich hatte mein Ziel erreicht und darf nun mit dem 4. Platz zur Europameisterschaft 2019 nach Polen reisen.

Der Lakerun wird 2019 wieder mit 4 Editions vertreten sein.

Mehr dazu findet ihr hier: Lake Run

Patrick Saal

Kudos

Crosstrails Bochum

16. September 2018

Das Experiment Teil 2 – Eine seltsame Überschrift für einen Text über einen gelungenen Lauf, der eigentlich kein Experiment, sondern eine vierte Auflage ist. Das Experiment Teil 2 bezieht sich auf mich und meine weitaus bessere Hälfte Ewelina. Teil 1 unseres Experimentes war Iron Viking und Fishermans Strongman hintereinander zu laufen, das hier war Teil 2. Strong Viking Wächtersbach auf 19 und 7 km laufen und am nächsten Tag beim KUDOS RACE vom Team um Pia Wagner im Freiraum Crosstrails Bochum angehen. Ewelina wird vermutlich nie wieder zustimmen. In Zukunft jedenfalls. Nächstes Wochenende fährt sie ja mit mir zum Barbarian Race Wochenende auf alle drei Distanzen.

Was ist eigentlich das Kudos Race beim Crosstrails?

Eine vernünftige Frage, die wir uns auch stellen mussten. Natürlich kann man das Googlen. Kann man sich aber auch sparen, es wird nämlich vor Ort erklärt. Im Wesentlichen geht es um Ruhm und Ehre (natürlich, weil OCR auch ein maximal martialischer Sport ist, Wikinger, Spartaner, Hopliten und Herakliden…irgendwie fehlt mir im Moment noch Rom, vielleicht Ägypten – nur falls einer Ideen braucht, ich hätte da einen Master in Geschichte und viel Phantasie). Man kann auf verschiedenen Rennen über das Ganze Jahr Kudos Punkte sammeln und damit Ruhm und Ehre steigern, quasi aufleveln. Ein Rollenspiel für OCR Begeisterte. Man kann es aber auch einfach machen um Spaß zu haben, der, soviel vorne weg, ist nämlich in rauhen Mengen dabei. Und nur um den geht es auch. Wir (Ewelina und ich) sind beide keine Top-Athleten. Wir laufen nicht um Siege, werden wohl selten auf dem Treppchen zu sehen sein, wir mögen nur die Läufe. Naja, Montags manchmal nicht so. Also brauchen wir nicht zwangsläufig einen Vergleich, wir brauchen Rennen die fordernd sind, die Spaß machen und die uns mit einem guten Gefühl nach Hause gehen lassen. Genau das war heute der Fall. Aber wie kam es dazu?

Das Rennen

Bei einem Gewinnspiel konnten wir mit einer sehr traurigen Geschichte über bösartige Augenbrauen und Weltfrieden zwei Tickets ergattern. Also war die Wochenendplanung erstmal abgeschlossen. Es ging also Sonntags nach Bochum, genauer gesagt zum Ümminger See. Eigentlich viel über das Event wussten wir nicht, aber das war unser kleinstes Problem heute. Direkt bei Ankunft und Abgabe der üblichen Haftungsausschlusserklärung die wir per Email erhalten hatten, bekamen wir vorab eine kurze Einweisung von Pia. Als Team 3, Muddy Unicorns, ging es für uns nach den Einzelstartern um 11.00 Uhr auf die Strecke. Etwa um 10.30 Uhr war der Start der Einzelläufer, die noch einmal härtere Regeln hatten. Bevor es aber los ging, wurden sowohl wir Teamstarter, als auch die Einzelstarter von der OCR erfahrenen Pia in den Parcours eingewiesen. Im Gegensatz zum Einzelläufer musste immer nur einer (egal wer) aus dem Team ein Hindernis überwinden, was das Ganze auch für Anfänger absolut machbar machte (ein Team kann bis zu fünf Personen haben, bei 40 Hindernissen wäre das ein händelbares Maß von 8 Hindernissen pro Runde). Schaffte man ein Hindernis nicht, waren Burpees angesagt. Im Team hieß das je fünf Burpees pro Person, beim Einzestarter waren je 15 fällig. Nach der Einweisung war als nächstes Mobilisation und Aufwärmen angesagt. Zehn Minuten, dann war es endlich soweit. Zunächst musste eine zweieinhalb Kilometer lange Runde um den Ümminger See gelaufen werden, der wirklich malerisch schön ist. Zwischen vielen Spaziergängern (mit teilweise sehr fragenden Gesichtsausdrücken) hindurch liefen wir dann auf das erste von drei Malen Parcoursdurchlauf zu. Ich erspare es uns allen mal an dieser Stelle jedes einzelne der 40 Hindernisse en detail zu besprechen – am besten ihr macht euch bei einem Training vor Ort selber ein Bild. So viel aber: Viele der Hindernisse haben mehr als ein Element, sodass viel Abwechslung angesagt ist (oder sein kann, je nach dem wie man es gerne haben möchte). Das Team war dabei als Photograph, Moderator, Marshall und Hilfspersonal an der Verpflegungsstation im Einsatz und meisterte den Spagat mit Bravour. Nach der ersten kompletten Runde stand in der zweiten Runde dann eine zusätzliche Belastung an: Zunächst bekam jedes Team (und jeder Einzelstarter) einen kleinen Autoreifen in die Hand gedrückt, der Auslauf mit zweieinhalb Kilometern Länge bekam. Also ging es für uns los. Ich hasse Carries, Ewelina auch. Ergo spazierten wir die Runde gemächlich durch, andere liefen… Es muss schon etwas seltsam für die Eingeborenen von Bochum gewesen sein. Die Frage einer rüstigen Rentnerin „Wofür dass den gut“ sei konnte ich kurzentschlossen mit „Das Essen war versalzen. Strafe muss sein!“ beantworten. Da wir aber zügig weiterspazierten konnte ich das vermutlich von Verständnis und Mitgefühl erfüllte Gesicht nicht mehr sehen. Nachdem wir den Reifen dann wieder abgelegt hatten stand eine neue „Verschärfung“ an. Während die Einzelstarter kleine Bälle in Kübel werfen mussten, hatte man sich für die Teams etwas sehr cooles ausgedacht: Mit einem Messbecher bewehrt

Einzel und Team

Während die Einzelstarter kleine Bälle in Kübel werfen mussten, hatte man sich für die Teams etwas sehr cooles ausgedacht: Mit einem Messbecher bewehrt stellte sich ein Teammitglied in einen Reifen (und durfte ihn erst nach Abschluss der „Prüfung“ verlassen), währen ein anderer Bälle warf, die mit dem Becher aufgefangen werden mussten. Wer nach drei Versuchen glücklos blieb, durfte von sportgewordener Liebe kosten. Also Burpees machen. Die dritte Runde war dann wieder „nur“ zu laufen und dann wurde ein letztes Mal der Parcours absolviert, ein drittes Mal noch werfen und es war geschafft. Fordernd, hart, top gemacht; sicher, ich könnte hier mit Superlativen um mich werfen. Aber ich denke das muss ich nicht mehr. Ich bin absolut sicher dass in Kürze aus diesem „Geheimtip“ ein fest etabliertes Event im Terminkalender so mancher Läufer werden wird. In unsrem Terminkalender ist es jetzt verankert.

Auch 2019 wird es wieder Kudos geben.

Seht her: Crosstrails Bochum