Volker Pellen

Mud Masters – Haarlemmermeer/NL 03.07.2021

Eigentlich ist es nicht wirklich klug für einen Sportler 100km zu laufen und dann am darauffolgenden Wochenende an einem OCR Event teilzunehmen. Aber ich hatte schon seit 15 Monaten an keinem OCR mehr teilgenommen und da erging es mir, wie vielen anderen. Die Sehnsucht war einfach zu groß, als man hätte darauf verzichten können. Also hieß es: MUDMASTERS ich komme.

Eigentlich kann man die Fahrt von ca. 100 km am frühen Morgen in Kauf nehmen, aber wenn man schon mit einem Freund, den man lange nicht gesehen hat, ein Hotelzimmer teilen kann, dann fährt man bereits am Vorabend zum Ort des Geschehens. Kurz vor der Abfahrt noch einen Covid-Test gemacht, denn der war Voraussetzung, um überhaupt auf das Mud Masters Gelände zu gelangen. Dazu noch das Ticket und ein Ausweis.

Wir gönnten uns abends in der Hotelbar noch ein Bier und quatschten ein wenig über alte Zeiten und die Zukunft. Dann ging es aber auch schon ins Bett, denn am nächsten Tag stand ja ein Event vor der Tür und das im wahrsten Sinne, denn das Hotel war nur einen Steinwurf vom Mud Masters Gelände entfernt.

Ich bin schon früh wach geworden und hatte sehr schlecht geschlafen, gefühlt habe ich mich, als hätte ich gar nicht geschlafen. Kurz duschen, um wach zu werden und damit der Mud anschließend besser abgeht und dann ging es auch schon los.

Parken 8,-€ waren angekündigt und auch nicht zu weit vom Geschehen entfernt. Der Einlass wurde kontrolliert, d. h. der Corona-Test musste vorgezeigt werden. Da ich einen deutschen Test hatte, musste ich zum Infostand. Dort standen auch schon Patric und Joschka, mit dem ich das Zimmer teilte. An dieser Stelle bereits erwähnt: „Lieber Patric Schaudt, vielen lieben Dank für die Einladung. Wenn ich mich erholt habe, werde ich wieder ordentlich schrauben, wie Deine Maschinen, damit ich auch mal wieder aufs Treppchen komme.“

Am Infostand ging es ganz unkompliziert und schnell. Scan, Ausgabe des Fußbandes und des Laibchens, welches die Marathonläufer kennzeichnet. Ja richtig, ich hatte mich für die Marathonstrecke gemeldet. Wenn schon endlich wieder OCR, dann doppelt und dreifach oder um es genauer zu sagen, einmal die lange Distanz (16km) und zweimal die mittlere (12km). Wem diese Distanzen zu lang waren, dem standen noch 6 km zur Verfügung oder sogar am Sonntag 3 oder 5km in der Family Edition.

Die Marathonläufer konnten ihre eigene Verpflegung direkt auf einem Tisch im Startbereich deponieren. Kurz nochmal die Klamotten gecheckt, Fußband und Westchen angezogen und auf zum Startbereich. Dort gab es noch einen Streifen Tape, damit das Fußband auch hält.

Im Startbereich waren sehr viele bekannte Gesichter zu sehen. Und wenn nicht da, dann auf jeden Fall später auf oder neben der Strecke. OCR-Pacemaker, Greiffighters, Mudbusters, OCR Crew Duisburg, Runningcliffmonkeys, Mudradar, um nur einige zu nennen.

Der Startblock war recht übersichtlich, d. h. ca. 100 Marathonläufer und ich tippe knapp 50 weitere Wettkämpfer, die sich in der Alpha-Welle auf den 16km batteln wollen. Und um 09:00 Uhr ging es auch schon auf die Strecke. Was für ein berauschendes Gefühl, unbeschreiblich. Auch wenn die Anspannung spürbar war, man konnte das Glück und das Gefühl von Erleichterung in den Gesichtern lesen.

Es ging mit Over and Under los, eine schöne Burpeelane, Mudgräben, bisschen was schleppen, Schrägwand mit Seil, Tarzan, Monkeybars und dann auch zum ersten Mal rauf auf die Pyramide.

Von dem angekündigten nur 20 Grad und der Bewölkung war keine Spur. Es war schön warm. Daher war Brainfreeze eine angenehme Abkühlung.

Ein paar hohe Wände und dann auf den Flyer, eines der Aushängeschilder des Mud Masters. Flyer ist die hohe Rutsche, die einen ins Wasser schießt. Beim Sizzler, so ein Stromteil, wählte ich die Puzzylane ohne Strom. Für mich gehört Strom nicht zum OCR, aber das ist persönliches Empfinden.

Erster Abzweig von der 6k auf die 12/16k Strecke. Es ging weiter über einen Fluss mit Hilfe einer Indianerbrücke. Nun kamen ich und die, die mir folgten vom Weg ab, denn irgendwie war keine Markierung mehr vorhanden. Nach kurzem Suchen fanden wir den Weg dann auch wieder, haben dann direkt einen Streckenposten informiert.

Es folgte die neverending Monkeybar, die schon ein Ende hatte, aber erst nach 24 Metern. Weiter geht es mit einer Netzpyramide und einem weiteren Carry, dieses Mal mit einem Crawl kombiniert, schön mit Mud.

Sauber wurde man in einem neueren Hindernis, Capsize, einem sich drehenden Quader im Wasser. Eigentlich ein Teamhindernis, aber im Competitionmodus fallen alle Hindernisse aus, die mit Team zu tun haben. Hier haben die Helfer unterstützt.

Bevor es auf die 16k Strecke ging, musste man, noch ein paar Reifen flippen, über eine Palisade klettern und durch bewässerte Röhren kriechen.

Nun ging es auf den Rest der Runde. Flying Monkey war dort das erste Hindernis, dann der Monkey Cage mit verschiedenen Hangelmöglichkeiten und ein paar fiesen Matschgräben. Eine Wand mit negativer Neigung, einem sehr schönen Cargonetzhindernis, mal wieder etwas schleppen, gefolgt vom Ropeclimb und einem weiteren Netzhindernis. Die machen aber auch Spaß.

Finales Hindernis war die Quarterpipe und ab ins Ziel. Äh, nein! Vor dem Finish stand der Verpflegungstisch und von dort aus musste man durch einen Seitenausgang raus, quer über das Festivalgelände und kurz hinter dem Start durch einen Seiteneingang wieder auf die Strecke zur Runde 2 und später auch zu Runde 3.

Ab Runde 2 wurde es für mich zur Quälerei. Auch wenn ich mich zurückgehalten hatte, verlngte der Hunderter der Vorwoche nun Tribut. Dennoch versuchte ich, außer bei den recht übersichtlichen Bergaufpassagen, im Laufschritt zu bleiben. Die Streckenmarkierung wurde mittlerweile auch wieder ausgebessert.

In Runde 3 begleitete mich Patric eine Zeit, er filmte mich, wollte mich dehnen, aber da hätte ich ja aufhören müssen zu laufen und dann fing er an, mir Witze zu erzählen. Ich gab offen zu, dass ich froh sei, wenn sich unsere Wege bei der 16/12 Weiche trennen würden. Natürlich meinte ich das nicht böse, sondern ab da, war das Ziel nicht mehr weit. Auch Andrej, den Begründer von Mud Masters, traf ich auf den letzten Metern. Später im Ziel gab es von ihm noch ein Handshake. Er sah sehr zufrieden aus, ist ein feiner Kerl.

Nach knapp 5 Stunden war ich im Ziel, wo mich ein schickes Shirt, eine Medaille und das Finisher Bier erwartete. Verpflegungstellen waren wirklich sehr viele dort. Da kann man nicht meckern. Es gab Wasser und Bananen.

Ich hätte mich gerne geduscht bzw. mit einem Wasserschlauch abgespritzt, aber das war heute nicht im Angebot. Also zurück zum Verpflegungstisch. Dort traf ich Joschi wieder, der doch tatsächlich den 2. Platz im Marathon für sich verbuchen konnte. Bei den Frauen waren es auch zwei Deutsche Lena Weller auf 1 und Sarah Drees auf 2. Auch bei der 16k Strecke war mit Maylin Segger und ihrem dritten Platz eine Deutsche auf dem Treppchen.

Wir chillten noch ein wenig in der Partyarea, wo mal so richtig die Post abging. Es gab überall DJ’s, beim Start, an verschiedenen Hindernissen und im Ziel, wo auch richtig Stimmung war und getanzt wurde. Dann trennten sich unsere Wege und ich fuhr nach Hause. Unterwegs bekam ich Krämpfe in den Fingern, dank der 3fachen neverending Monkeybar.

Nun heißt es erstmal Recovery. Außerdem müssen 2 fiese Blasen am rechten Fuß heilen.

Habt ihr nun Lust bekommen auf Mud Masters? Am 18./19.09.21 kommen sie zu uns zum Airport Weeze, ein Megaevent und ein Wochenende später 25./26.09.21 wieder in NL in Biddinghuizen.

Der Termin für 2022 steht auch schon fest 11./12. Juni 2022. Unbedingt in den Terminkalender eintragen.

Vielen Dank an meine Unterstützer, die mir auch zu Coronazeiten unter die Arme griffen und an mich glaubten:

Und natürlich auch an Mud Masters für das absolut tolle Event und der Möglichkeit, endlich wieder Hindernislaufguru sein zu dürfen.

Die schönen Fotos sind von Mudradar, MudMasters und Bruggink Sports Constructions.

Harte Fakten:

Strecke: 39 km

Hindernisse durch Bruggink Sports Constructions: 32 + 24 + 24 = 80, abzüglich der Partnerhindernisse Buddycarry (Huckepack), Walk the Plank (Schubkarre) und Hang out (Teamtragen einer Person auf einer Matte)

Ich wurde doch tatsächlich noch 28. und damit im ersten Drittel des Teilnehmerfeldes. Wer hätte das gedacht?!


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