Volker Pellen

Ein Sixpack mit über 50 Jahren bedeutet fast übermenschliche Anstrengung

So steht es in einem Artikel auf Welt der Wunder. Anfang April 2020 wurde ich in die Facebook-Gruppe BTC eingeladen. Die Challenge besteht darin, sich innerhalb von 12 Wochen zu erneuern. Betreut und organisiert wurde das Ganze von NEOH. Hierzu gab es Rezepte, Workouts und immer wieder Gewinnspiele und Zwischen-Challenges. Der Hauptgewinn soll ein Urlaub in Österreich für 2 Personen werden. Wer die Challenge voll durchgezogen hat, weiß, dass der Hauptgewinn eigentlich ein ganz anderer ist.

Über das Jahr 2020 werden wir noch lange reden. Dabei ist es noch nicht einmal zur Hälfte rum. Anfang März besuchte ich noch die spanische Insel Mallorca, um dort am Spartan Race teilzunehmen. Leider war ich nur semi-fit, denn eine Erkältung hatte mich schon seit Wochen im Griff. Dennoch gelang es mir 2x in die Top Ten zu laufen und einmal davon sogar auf Platz 2 (Bericht).

Quasi mit der Heimreise kam auch der Lockdown. Corona hat die Welt im Griff. Im Gegensatz zu den Spaniern hatten wir allerdings kein Hausarrest und wir konnten uns noch in der Natur bewegen. So zumindest die Theorie. Irgendwie hatte mein Körper wohl auch einen Lockdown. Innerhalb von 3 Wochen ging es richtig bergab.

Vielen ist es nicht bewusst, dass man mit 50 und drüber doppelt so hart an etwas arbeiten muss und vielleicht sogar dreifach auf die Ernährung achten muss. Wenn ich mir überlege, dass ich mit 30 das ganze Wochenende Party gemacht habe. Ernährung bestand aus Pommes, Pizza, Kebab (gerne auch ein Kebab direkt nach der Currywurst, Pommes, Mayo), das goldenen M, usw. Dazu wurde natürlich viel Alkohol getrunken. Dann am Montagmorgen aufgestanden, sich einmal geschüttelt und das Sixpack (nein nicht das Dosenbier) war da. Und jetzt? Abends mal etwas mehr gegessen (nicht mal ungesund) und für den Folgetag direkt mal einen Halbmarathon eingeplant, der das Übel leider nicht mal ansatzweise bekämpft.

Die Muskelmasse nimmt ab, Wachstumshormone werden nicht mehr ausgeschüttet und Verletzungszwangspausen dauern sehr viel länger. Eigentlich hatte ich mich schon abgeschrieben. Warum soll ich mich nach auf Wettkämpfen rumquälen? Warum soll ich hart trainieren? 2/3 der Menschen sind übergewichtig, d. h. doch, dass das die Mehrzahl ist. Demnach ist das doch nicht übergewichtig, sondern es ist die Norm. Leute, wem will ich denn noch was beweisen. Es reicht doch ein bisschen joggen, ein bisschen turnen hier und da und irgendwer hatte auch mal gesagt, ich solle mir ein Hobby aussuchen, was meinem Alter entspräche.

Die Geschichte könnte hier im Grunde zu Ende sein, aber dann kam die Einladung, in die BTC Facebook Gruppe einzutreten. Und PING – der Ehrgeiz war erweckt. Viele hatten bereits ihr Vorherfoto gesendet. Junge Menschen, die motiviert waren, etwas zu ändern. Ein innerer Wettkampf wurde entfacht. Normalerweise kämpfe ich gegen andere in meinem Alter, aber nun ist der Altersdurchschnitt viel niedriger. Egal, wird halt richtig geklotzt.

Die Challenge dauert 12 Wochen, d.h. für mich, dass die grobe Trainingsplanung stehen muss, Statistik geführt wird mit regelmäßigen Wiegungen, Ernährungspläne und und und.

Birthday Cake

Am 05. April wurde ich dann 50 Jahre alt und ich habe nochmal richtig (im Rahmen der engsten Familie) gefeiert mit einem tollen Kuchen. Ab morgen werde ich ein neuer Mensch mit über 80 kg Ausgangsgewicht und einem Ziel von unter 73. Es wird hart werden und 12 Wochen sind ein langer Zeitraum. – Challenge accepted!!!

+80 kg

Aus den Rezeptvorlagen hatte ich mir einen Wochenspeiseplan zusammengestellt, so dass zu Beginn der Woche immer alles eingekauft werden konnte. Ist euch auch aufgefallen, dass im Laufe der Corona Krise die Lebensmittel unglaublich teuer geworden sind

NEOH Porridge

Darüber hinaus hatte NEOH einen Rahmentrainingsplan erstellt mit 3 Workouts, welche auf einzelne Körperregionen gezielt entwickelt wurden und 2 Cardioeinheiten. Dazu gesellte sich mein eigens erstellter Trainingsplan, welcher in der ersten Woche lediglich aus zusätzlichem Laufen bestand, allerdings 105 km in dieser Woche, und Klimmzügen in sämtlichen Formen und Varianten, was ich allerdings in den 2 Wochen zuvor, wenn auch mehr schlecht als recht, trainiert hatte.

Abends dann Brutal Bottom I, ein Workout, welches hauptsächlich auf Beine und Gesäß ausgerichtet ist – 9 Übungen über jeweils 30 Sekunden mit kurzer Pause. Das ganze wird 4x wiederholt. Ich merkte, dass diese Einheiten, mich auch nach der Challenge weiterhin begleiten werden.

NEOH Workout TT

Dienstag laufen, Mittwoch laufen und Coretraining, Donnerstag Restday, Freitag laufen und Tough Top, so heißt NEOHs Oberkörpertraining, Klimmzüge und Samstag dann nochmal laufen und Hindernistraining. So langsam geht es mir besser. Sonntag wieder Ruhetag. Meist mit Wandern gefüllt.

Wandern ist anstrengend

Bei einem Kalorienumsatz von ca. 2200 habe ich versucht ca. 500 drunter zu bleiben. Das ist echt ein Gratwanderung, denn das bedeutet ja auch irgendwo Leistungseinbußen. Es gilt also Kalorien zu reduzieren mit der Low Carb Methode und zeitgleich Muskeln aufzubauen.

Curry Bowl

Da ich nun bereits nach der ersten Woche der Challenge bereits meine 3. Trainingswochen absolviert hatte, hieß es für die Folgewoche es etwas ruhiger angehen zu lassen. Ich trainiere nach dem Prinzip 3 Wochen hart, 1 Woche locker (3:1 Zyklus). Der erste 4 Wochenblock war auf Grundlagen ausgelegt.

Thrusters

Im folgenden 4 Wochenblock ging es um Kraft. Zu den spezifischen Läufen gesellten sich die üblichen NEOH Trainings, Klimmzüge und Gewichtheben (Thrusters und Clusters). Was sind nun die spezifischen Laufeinheiten? Im Gegensatz zu den Grundlagenwochen mit 6 Laufeinheiten/Woche, wurde das Lauftraining auf 3 Einheiten reduziert. Zu diesen Einheiten gehörten: Bergan-Läufe, Pulling (Ziehen eines Berg-Kettcars mit Kindern), Carry (Tragen von verschiedenen Gewichten beim Laufen). Weitere Cardios waren Einheiten auf dem Concept 2 Rower und dem Assault Airbike.

Nach 4 Wochen Challenge wurden die Übungen von NEOH gegen neue Übungen mit erheblichen Steigerungen ausgetauscht. Roman Dauchet, der Vorturner, hatte wieder alles gegeben.

Übrigens wurden die Workouts sowohl als Video, als auch als Pdf Download mit Bildern und Erklärungen zur Verfügung gestellt. Die Challenge war echt gut organisiert. Die Aufteilung blieb bestehen.

Pull it, Baby!

So nach und nach verringerte sich der Körperfettanteil und ich wurde auch stärker, was durch die Anzahl der Klimmzüge und die Masse der Gewichte deutlich wurde.

“Murph”

In Block 3 wurde nun an der Schnelligkeit gearbeitet. Ein erster Testlauf über 5 km hatte nun schon bereits das Jahresziel (eigentlich habe ich in diesem Leben gar nicht mehr damit gerechnet!) unter 20 Minuten deutlich erreicht. Sowas motiviert einen umso mehr. Alles läuft nach Plan. Statistik stimmt.

Ich war bei 2 Trainingseinheiten am Tag, die ich auch fleißig gepostet habe. Privatleben habe ich weniger gepostet, was den Eindruck entstehen ließ, dass ich den ganzen Tag nur trainiert hätte, aber nein – ich habe auch Familie in Coronazeiten, ich habe gearbeitet, sogar viel. Konnte man aber nicht sehen.

Mit PT geht es besser

Die Posts hatten 2 Gründe oder besser 3.

  1. Ich setze mich selbst unter Druck, verpflichte mich im Grunde.
  2. Wenn ich durch meine Trainingsposts nur 1 motivieren kann, habe ich bereits viel erreicht.
  3. Eine Gruppe lebt nun mal von Posts. Sollte ich jemanden damit genervt haben, stand es frei, einfach weiterzuscrollen.

Spartan Race und Strong Viking haben in der Zwischenzeit ihre virtuellen Editionen eingeführt, die ich ins Training eingebaut habe. Auch hier konnten sich die Ergebnisse echt sehen lassen, auch wenn ich nicht auf Wettkampfkurs gelaufen war. Aus dem Sprint (München) von Spartan wurde ein Super (St. Pölten) und über den Beast von Strong Viking 100 wurde der Spartan Beast Rumänien.

OORAH!!!

Auch hier gab es weitere Steigerungen, wie die Spartan Trifecta an einem Tag und den Spartan Ultra.

AROO!

Nach dem Ultra kam der Schock. Die Waage sagte, dass ich 2 kg zugenommen hätte. Das hat aber wohl an den Flüssigkeitseinlagerungen gelegen, die auch drei Tage später bereits wieder weg waren.

Zwischendurch hat NEOH auch einige Sonntags-Challenges eingebracht, wie Plank oder Wallsit, die ich zwar verfolgt habe, aber da Sonntag Restday war, gekonnt ignoriert hatte.

Restday – Qualitytime

Der Restday wird von den meisten unterschätzt. Dabei ist er so wichtig.

Es wurde veröffentlicht, dass die Nachher Fotos bereits nach der 11. Woche veröffentlicht werden sollen. Was soll ich sagen, es waren so viele unglaubliche Ergebnisse. Die Community hat sich gegenseitig gepuscht.

Ich habe viele „Finisherfotos“ gemacht und es hat lange gedauert, bis ich das Richtige ausgewählt hatte. Verglichen mit dem Ausgangsfoto habe ich in der Tat eine Transformation hingelegt. Ein Sixpack ist auch mit 50 möglich. Ich hatte überlegt, ob ich überhaupt noch ein Nachherfoto posten soll, denn gewonnen hatte ich schon und alle, die mitgemacht haben auch. Es sind neue Freundschafen entstanden, Einladungen und mehr.

EARNED NOT GIVEN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Ein weitere Gewinn ist, dass NEOH mich in Zukunft auch weiterhin unterstützen möchte. Zum einen bei meinen OCR (Obstacle Course Racing) und zum anderen als Dankeschön, weil ich in der Gruppe mit Rat und Tat zur Seite stand. Ich habe viele Nachrichten über Messenger erhalten mit Fragen, Rezeptwünschen und vieles mehr.

#fightsugar

Vielleicht kreiere ich für Euch Phase 4. Dann allerdings nicht auf ganz so professionellem Niveau, was die Produktion angeht (Videos mit Musikunterstützung).

Fazit: Unter Transformation versteht man den Prozess der Veränderung, vom aktuellen (IST) Zustand hin zu einem angestrebten Ziel-Zustand in der nahen Zukunft.

Meiner persönlichen Meinung nach habe ich diese Wandlung in Perfektion durchgeführt. Ich denke, dass es viel besser nicht geht. Gewicht, Muskeln und BMI auf den Punkt genau umgesetzt. Auch wenn andere vielleicht mehr Gewicht verloren haben oder an Bauchumfang, so bleibt immer im Hintergrund, dass die meisten anderen Teilnehmer wesentlich jünger waren und ich viel mehr leisten musste, um „mithalten“ zu können.

Ich möchte mich besonders bedanken bei:

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